Die Prometheaner

„Ja! Ich weiß, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und
verzehr’ ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich.“
Ecce homo – Friedrich Nietzsche

Spielerbeschränkung Vergissmeinnicht: Prometheaner sind immer männliche Charaktere.

Für wen ist die Rolle was:

Für alle Teilnehmerinnen die gern einen männlichen Charakter spielen wollen, der sich mit den OhKulten Wissenschaftler beschäftigt. Das kann ein Wissenschaftler sein, der arkanes Wissen und moderne Technologie zu fantastischen Maschinen verbindet oder auch ein Forscher wie Alexander von Humboldt, der die Welt bereist um ihre Geheimnisse zu ergründen. Spaß an pseudo-wissenschaftlichen Vorträge und das aus dem Ärmel schütteln von Erläuterungen sind hier von Vorteil.

Spielhintergrund:

Prometheus ist der Namensgeber dieser Organisation. Er entriss den Göttern das Feuer und brachte es den Menschen. Die Prometheaner glauben daran, dass kein Wesen und keine Macht den Menschen an seiner Entfaltung und seinem Fortschritt hindern soll. Die Menschheit ist dazu bestimmt, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen, die Götter zu stürzen und in einem Goldenen Zeitalter für immer zu herrschen.

Daher ist für diese Gemeinschaft der Diebstahl des Feuers das Signal gewesen, das Joch der Götter abzuwerfen und ihnen zu entreissen, was sie den Menschen unrechtmäßig vorenthalten. Die Prometheaner sehen sich selbst als Wissenschaftler, die den Kern des OhKulten erforschen und entschlüsseln und die Magie in ihre Bestandteile zerlegen, um sie dann technisch nachzubilden und jedem zugänglich zu machen. Dabei achten sie akribisch darauf, dass sie nicht die Geheimhaltung vor den Uneingeweihten verletzen und die Aufmerksamkeit der Schäfer auf sich ziehen; nicht wenige erfolgreiche Forscher sind bereits von den Wächtern über die Unwissenden aus dem Verkehr gezogen worden, weil sie zu unvorsichtig wurden und ihre Kreationen Aufmerksamkeit erregten. Einer der Bekanntesten war wohl Dr. Frankenstein.

Sie wollen das Schicksal der Menschen selbst in die Hand nehmen. Die Prometheaner tun dies, indem sie sich selbst – und andere – mit Konstrukten aus Magie und Technologie Macht verleihen und sogar den (eigenen) Körper verbessern. Oder gar neu konstruieren – eine der bekanntesten Konstruktionen der Prometheaner sind wohl die Uhrwerkmenschen von Leonardo da Vinci – geschaffen, bevor die Angeliten ihn festsetzen und im Vatikan einkerkern konnten.

Die Prometheaner organisieren sich in Logen, also Interessengemeinschaften. Einige der Bekannteren sind zum Beispiel die Illuminaten, die Freimaurer oder die Loge der Rose der Erkenntnis. Prometheaner folgen einer strengen patriarchalischen Tradition, die noch aus den Zeiten des Altertums zu stammen scheinen. Frauen gehören ihrer Ansicht nach ins Haus und nicht an die Universität. Schon dass man Frauen erlaubte, das Lesen und Schreiben zu lernen, ist für viele der älteren Prometheaner ein Affront, der oft und lautstark in den Vereinshäusern und Logen debattiert wird. Verständlich, dass sich die Prometheaner in den Jahrhunderten oft mit der Schwesternschaft der Hekate bekriegt haben.

Die Ansicht der Prometheaner, dass sich der Mensch über die Götter erhebt, erzeugt jedoch ein interessantes Paradoxon: Da die Bewunderung und die Achtung der Logen einem besonders begabten und talentierten Erfinder gegenüber dem Glauben sehr nahe kommt, erschaffen die Logen der Prometheaner oft Gottläufer, also zum Gott strebende Menschen, wenn einzelne Mitglieder besonders herausragen durch ihre Kreationen. Dies ist den Meisten natürlich nicht bewusst – aber man sollte sich schon fragen, ob die Ältesten der Logen nicht durchaus um diesen Umstand wissen, und wo eigentlich deren Ziele liegen…