Peter

Liebes Tagebuch! Heute ist Peters achter Geburtstag. Ich kann ihn leider nicht persönlich besuchen, ich beobachte ihn aber durch die Spiegel in meinen Zimmern. Er ist ein glückliches Kind. Die Schmidts sind eine gute Familie und kümmern sich um Ihn. Er spielt viel dort, tanzt und lacht, mein Peter. Vater denkt bis heute, das er ihn zu seinem Statthalter gemacht hat, ich weiß es aber besser. Ich war bei der mechanischen Frau, sie hat den Zauber aufgehoben als Peter ein Jahr war. Es ist nicht leicht, Vater vor zu gaukeln, dass der Fluch noch wirkt, aber er glaubt es. Vater ist schwach und ein Narr. Er hält noch immer an den alten Riten fest, sie sind aber überholt, genauso wie die Moral der meisten im Hofstaat. Die Welt ändert sich, die Menschen ändern sich, die Magie ändert sich, sie wird direkter. Die Menschen sehnen sich wieder nach der Spiritualität. Gott war tot, die Götter sind wieder neu. Sie verstehen nicht, wie die Welt entstanden ist, sie suchen die Erklärung in der Wissenschaft und definieren sie damit neu. Jedoch fragen sie auch nach einem Schöpfer für den Plan dabei, sie schaffen neue Mächte, solche wie den Technikjungen oder die Plutokraten.
Die Kinder von der Straße konsumieren den Dreck, den ihnen die neuen Mächte vorwerfen; die alten Leute wissen gar nicht, was passiert. Religiöse Fanatiker greifen um sich, wollen ihre Beute sichern, ihre Weltvorstellung und in all dem wird mein Peter groß. Ich wache über Peter, passe auf, dass ihm nichts passiert. Mutter hat mir den Zauber mit den Spiegeln gezeigt. Sie hat mich verstanden, in Griechenland hat sie einst auch ein Kind gehabt, vor vielen Jahrhunderten mit einen Menschenmann. Sie warfen es damals von einen Berg, zu ehren des Pantheons. Sie leidet bis heute darunter, eine Mutter leidet immer, wenn ihr Kind ihr weggenommen wird.
Peters Vater habe ich nie wieder gesehen, es war in einer Disko, dem Velvet, wir hatten viel Spass und ich ging zu ihm. Wir tanzten zu DJ Deus und Sookee. Er studierte Kunst und Genderstudies, Max war sein Name. Ich sah in danach nie wieder, ich glaube er ist weg. Vater hat ihn bestimmtbeseitigen lassen, so wie Vater alles beseitigen lässt, was ihn nicht passt. Vater ist ein Despot. Doch es gibt Leute, denes kann Vater nicht die Stirn bieten, so wie der große Ami Wolf, er passt auf Peter auf. Ich sehe sie oft zusammen, er ist dann in seiner menschlichen Gestalt und spielt mit ihm Fußball. Er kümmert sich um den Jungen, dort wo ich mich nicht um ihn kümmern kann. Er ist ein guter Freund.
Peter mag Katzen nicht, ich kann es ihm nicht verübeln, sie sehen was er ist, er fürchte sie. Er rennt vor ihnen weg. Ich habe ihm eine Kette geschenkt zu seinen Geburtstag, ein Amulett, das die Katzen von ihm fernhält, sie haben nun genauso viel Angst vor ihm, wie er vor ihnen. Rony hat es ihm gegeben.
Ich wünschte, ich könnte Peter eine echte Mutter sein, aber es geht nicht. Vater ist zu mächtig, selbst die Schäfer scheinen ihn zu fürchten. Ich habe gesehen, wie er mit einer Frau zusammen traf, der Augen hate wie tausend Sterne. Die Fraz trägt einen Anzug wie ein Vertreterin. Sie ist unheimlich. Vater scheint sie gut zu kennen. Gräfin nannten er sie. Rotblonde Haare hatte er. Ich sah in einen Spiegel wie sie Vater eine seiner Zinnfiguren stahl. Ich glaube Vater hat es bis heute nicht bemerkt. Vater ist ein Narr, und eines Tages wird Peter ihm die Stirn bieten, mein Peter.