Wechselbälger

Die Mutter ist vor Weinen umgekommen,
Ein Wechselbalg warf ihr der Storch herein.
Sie hat mich niemals auf den Arm genommen
Und ließ im Kämmerchen mich müde schrei’n.

Spielerbeschränkung Vergissmeinnicht: Keine „Idole“

Für wen ist die Rolle was:

Als Wechselbalg spielt man einen Aussätzigen. Man sollte Spaß am Spiel des Aussenseiters haben, der angestarrt und verachtet wird. Gleichzeitig kann man allerdings ein eher fabelhaft berührten Menschen mit einzigartigen Gaben spielen. Es ist eine Gratwanderung.

Spielhintergrund:

Aus der Vereinigung eines Menschen und eines Numen kann unter Umständen ein Kind entstehen. Diese Kinder sind besonders, und werden in der OhKulten Welt als „Wechselbälger“ bezeichnet. Oftmals erben sie von ihrem OhKulten Elternteil besondere Fähigkeiten oder Gaben – zum Wohl oder Leidwesen des Kindes. Denn der Preis ist ebenso häufig eine äußerliche Auffälligkeit, die auf ihre Herkunft hindeutet. Auf diese Weise gezeichnet – Menschen würden sogar „missgestaltet“ sagen – führen sie meist ein Leben in Heimlichkeit und im Verborgenen; fühlen sie sich doch in der Welt der Menschen nicht sicher. Insbesondere im 19. Jahrhundert kann es durchaus vorkommen, dass sich ein Mob zusammenfindet, um das „missgestaltete Monster“ zu „erlösen“. So suchen Wechselbälger in der Regel Anschluss und Schutz in der OhKulten Welt, meist bei einer der großen Fraktionen (bei OhKultes 1810: Angeliten, Hekaten und Prometheaner).

OhKultisten kennen heutzutage sieben Arten von Wechselbälgern, bestimmt nach ihrer Herkunft – doch 1810 sind erst sechs von ihnen bekannt:

  • Nephilim [hebräisch] sind Kinder von Engeln und Menschen. Am bekanntesten sind Kinder von Menschen und Luziferiten (Die 5. Schar). Sehr viel seltener hört man auch von Wechselbälgern der anderen Scharen, doch soll es wohl bei den Angeliten einige Nephilim zu finden geben. Hierzu mehr im Hintergrund der Angeliten.
  • Zeugt ein Geist, genauer gesagt ein Dämon, ein Kind mit einem Menschen, so wird dieser Wechselbalg als Larve oder Totgeburt bezeichnet. Dämonen sind eine besonders mächtige Form von Geistern, der wohl größten Gruppe OhKulter Wesenheiten. Wie auch andere Geister entstehen sie, wenn ein Wesen stirbt, aber nicht in die Ewigkeit oder die Länder Toten oder wohin auch immer geleitet wird. Geister können in die Träume von Lebenden eingreifen, Materie am Ort ihres Todes manipulieren oder von einem lebenden Wesen Besitz ergreifen. Während sich allerdings Gespenster nur selten ihrer Selbst bewusst sind und nur stumpf ihren alten Instinkten und Begierden folgen, können sich Dämonen immer an ihr vorheriges Leben erinnern und sind sich ihrer Selbst bewusst. Ein Dämon kann einen toten Gegenstand beseelen und ihm so ein Eigenleben verleihen oder aber in einen lebenden Körper beschworen werden und diesem seine Kräfte und sein Wissen schenken – und eben auch mit diesem Körper Wechselbälger zeugen. Larven haben oft ein morbides Wesen und sind häufig eher den Toten denn den Lebenden zugetan. Unter den Hekaten soll es so manche Larve geben.
  • Kinder von Feen werden dagegen als Träumende bezeichnet. Feen betreten die Träume der Menschen, doch die Mächtigsten unter ihnen können auch aus dem Traum heraustreten. So etwas geschieht zum Beispiel, wenn sich eine Fee unsterblich in einen Menschen verliebt hat. Und aus einer solchen Begegnung kann dann ein Kind entstehen. Diese Kinder sind meist etwas Besonderes: man würde sich als Wunderkinder oder Genies bezeichnen – sie sind besonders kreativ. So verwundert es wenig, dass man sie zuweilen bei den Prometheanern findet, obwohl diese Wechselbälger als Mischwesen eher verachten. Die Kinder selbst wissen derweil oft selbst nicht von ihrer besonderen Herkunft. Und natürlich sind so manche Dichter, Maler und Autoren selbst Träumende.

Neben diesen drei großen Gruppen gibt es noch vier weitere, deutlich seltener vorkommende Wechselbälger:

  • Aschenkinder (Ramad’walad) stammen aus einer Vereinigung eines Menschen mit einen Djinn oder Ifrit. Im Europa des 19. Jahrhunderts sind diese Wechselbälger sehr exotisch.
  • Noch seltener sind Scheusale, Kind eines Ungeheuers wie einem Troll oder Drachen und eines Menschen.
  • Als Heroinen oder Heroen werden die Mischlings-Kinder von Menschen und Mächten (oftmals ehemalige und erfolgreiche Gottläufer) genannt.
  • Idole gibt es erst ab den 20. Jahrhundert und spielen in diesen Setting folglich noch gar keine Rolle. Sie sind die Nachkommen von den Göttern der Neuzeit, wie der Unsichtbaren Hand oder German Angst, und einem Menschen.